Hundeblog

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Neuer Beißschutz für Hunde in der Schweiz entwickelt

, am 8. Februar 2010

Ich finde, es wird immer skurriler! Niemals hätte ich früher gedacht, dass Hunde einmal zu einem derart überzogen diskutierten Problem verdreht werden könnten. Aber die von mir so oft erwähnte Natur- und Tier-Entfremdung treibt eben die seltsamsten Blüten. Es wird von vielen gern dramatisierenden Medien ja leider so aufbauschend über irgendwelche Unfälle mit Hunden berichtet, dass bei Leuten, die mit der Materie gar nicht vertraut sind, am Ende der Eindruck entstehen muss, dass Hunde gefährlich sind und man sich vor jedem Hund in Acht nehmen sollte. Es ist schon schwer zu ertragen, wenn Ausnahmen so dargestellt werden als seien sie die Regel. Früher gehörten Hunde einfach dazu. Punkt. Fertig.

In der Schweiz wurde nun ein neuartiger Beißschutz entwickelt, der direkt auf die Hundezähne aufgesteckt wird und aus einer Kunststoff-Masse besteht. Durch diese mithilfe einer Zahntechnikerin entwickelten Konstruktion sollen Hundebisse entschärft werden, so dass während des Beißens die Haut nicht mehr verletzt wird. Ich gebe zu, dass die Demonstration sehr überzeugend aussah. Ein Polizei-Diensthund packte einen freiwilligen am entblößten Unterarm und es entstand kein einziger kleiner blutender Ratscher. Soweit wirklich gut.

Aber der Hammer kommt jetzt: in der Schweiz soll diese Konstruktion jetzt zur Pflicht erklärt werden. Wie entfremdet von aller Normalität muss eine Durchschnittsbevölkerung eigentlich sein, damit so eine Vorschrift überhaupt möglich wird? Das wäre ja dasselbe, als wenn im menschlichen Umfeld jeder normale Bürger aus Generalverdacht unter Beobachtung gestellt würde, weil es auch Raubmörder, Triebtäter und andere Verbrecher gibt.

Ich weiß nicht genau, ob es mal wieder nur eine Rasseliste betrifft oder Hunde von bestimmter Größe oder was auch immer, aber dass solche Pflicht überhaupt in Betracht gezogen wird… – nein danke, da wird mir echt schlecht.

Wer näheres wissen möchte, findet auf der Homepage des Erfinders eine ausführliche Beschreibung und sogar auch noch eine Bestellmöglichkeit:
http://www.saciri.ch/

Abgelegt unter Aktuelles

Keine Reaktion zu “Neuer Beißschutz für Hunde in der Schweiz entwickelt”

  1. Ralf Günther

    Der größte Skandal ist die Befürwortung dieser Erfindung durch den Schweizer Tierschutz! Ich habe den Damen und Herren gerade meine Meinung geschrieben.

  2. Ralf Günther

    Habe heute eine Antwort vom Schweizer Tierschutz bekommen in der eindeutig die Anwendung auf Problemfälle und zeitlich begrenzt gefordert wird. Das kann man so akzeptieren. Schade, daß das in dem auf saciri veröffentlichten Artikel anders herüber kommt.

  3. Eckbert

    @ Ralf Günther: Nun, dann relativiert sich diese Meldung ja. Danke für die Recherche!

  4. Diotima

    Hallo,
    erstmal eine tolle Webseite,alsonicht der Blog als solcher, sondern der Ratgeberteil – ich bin gerade auf der Suche nach einer Möglichkeit möglichst schnell die wichtigsten regeln zur Hundeerziehung zu vermitteln,(quasi ein Crashkurs)
    da mein Mann nicht die Zeit hat sich tagelang durch Bücher zu studieren. Sagen
    sie nicht die muss er sich nehmen, sicher muss er dass aber da ich nicht mehr arbeiten kann, muss er das für mich mitübernehmen- er muss halt nur kapieren wie Hunderziehung funktioniert, damit er meine Arbeit mit dem hund nicht unbeabsichtigt immer kaputt macht.
    Immer wieder ertappe ich ihn bzw merke an unserem Hund, dass er sich nicht an die aufgestellten Regeln hält und oft viel zu spät reagiert. “Leider” haben wir den Rüden aus dritter hand und die Vorgänger haben nichts zur Erziehung getan.
    Folglich ist es nicht so einfach mit unserem Podenco, obwohl er sehr gelehrig ist und auch bereit ist sich unterzuordnen, wie Sie schon schreiben, die Unstimmigkeiten verunsichern ihn. Grundsätzlich ordnet er sich aber unter- er ist jetzt 3-
    also jetzt zu diesem Beißschutz, ich muss etwas grinsen, wenn ich bedenke wie spielend leicht sich Podencos aus maulkörben befreien können, und die gerne auch mal ihre Halsbänder zerbeißen, oder Gurte wenn man diese zum rausgehen benutzt. einen Moment unbeobachtet und schwupp.
    Mich erinnert das an die beißschiene die mir mein orthopäde aufgeschwatzt hat wegen der Rückenprobleme…
    ich halte es für schwer praktikabel einem Hund der eventuell ausrasten könnte, solch einen gebissschutz aufzusetzen, die teile müssen ja einrasten, abgesehen von der verletzungsgefahr beim einsetzen oder rausnehmen.
    Die Idee dem hund den maulkorb zu ersparen in Ehren,
    aber ich glaube kaum das der Laie damit richtig umgehen kann, und der Trend alles erst über einen Trainer zu machen, ist ungesund. Eben auch wie bei jedem Problem gleich verlangt wird den Hund in die Hundeschule zu schicken.
    Diesen Beißschutz müsste ich noch glatt bewachen, weil ein Podenco gern mit Plasteteilen herumspielt und sie gerne zerkaut, wobei ich ihn schon dahingehend erzogen habe, wenn er herabgefallene Gegenstände findet sie gegen Leckerchen abtzuliefern.

    Also bis auf weiteres
    LG aus NRW

  5. Eckbert

    @ Diotima: erstmal eine Entschuldigung, dass ich erst heute wieder hier hinein schaue und einen so freundlichen Kommentar nicht sofort beantwortet habe – herzlichen Dank dafür, von solchen Worten “lebt” eine Webseite wie diese schließlich. Dem Erfindungsgeist weiterer Vertreter der Gattung Homo Sapiens wird sicher noch mehr einfallen, was man nicht unbedingt haben muss…

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