Der Viele-Hunde-Mensch

Man kann es auch übertreiben: Muss ein Mensch wirklich sieben Hunde haben?

Im Lauf der Zeit laufen einem allerlei Leute über den Weg. Und wenn man sich für Tiere interessiert, dann sind auch diverse Tierleute unter diesen. Offenbar meinen aber einige von denen, die Hunde haben: die Masse macht’s!

Mehr als einmal sind mir Menschen begegnet, die fünf oder sechs Hunde hielten, wenn es wenig waren, und ein ganzes Dutzend oder noch mehr, wenn es viele waren. Früher habe ich mir gar nichts dabei gedacht. Aber im Lauf der Zeit bin ich da etwas kritisch geworden.

Ich selbst habe meist zwei Hunde für kurze Zeiten auch drei Hunde gehabt. Aber während der Jahre, in denen ich meine Hundeschule und Hundepension noch betrieben habe, kamen natürlich viele weitere Hunde dazu.

Daher bin ich mir durchaus klar darüber, dass es ein Problem sein kann, vielen Hunden auf einmal gerecht werden zu wollen. Ich habe es die meiste Zeit so empfunden, dass meine eigenen Hunde unter der Situation zu leiden hatten, dass eben auch die anderen noch da waren. Von anderen Leuten, die auch so etwas gemacht haben wie ich, weiß ich, dass sie früher oder später zu ähnlichen Ansichten darüber gekommen sind, dass die vielen Hunde zulasten der eigenen gehen können.

Es gibt einen alten Jägerspruch: „Ein Hund ist ein Hund, zwei Hunde sind ein halber Hund und drei Hunde sind gar kein Hund!“

Nun, so extrem muss man es vielleicht nicht sehen. Aber alles was über zwei Hunde hinausgeht ist sicher ein Problem, wenn man nicht seine ganze Zeit nur für die Hunde aufwenden kann. Jedenfalls dann, wenn etwa die Absicht besteht, mit dem Hund etwas zu üben und vielleicht zusätzlich mit ihm an Veranstaltungen oder Prüfungen teilzunehmen, sei es nun Agility, klassischer Hundesport, Mantrailing, Rettungshunde oder sonst irgendetwas.

Darum frage ich mich, was jemand veranlassen kann, freiwillig dermaßen viele Hunde zu halten. Gerade in den letzten Tagen ist mir so ein Fall wieder begegnet. Da wurden sieben Hunde aus verschiedensten Rassen gehalten und mit einigen von ihnen auch noch gezüchtet, ich würde eher annehmen: vermehrt. Solche Besitzer sind gewöhnlich stolz auf ihre große Meute und bei einigen von ihnen kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie sich mit ihren Hunden irgendwie für was besonderes halten. Ich sage nicht, dass die Hunde schlecht gehalten waren. Aber wäre es nicht sinnvoller, die knappe Freizeit für einen, zwei oder auch drei Hunde aufzuwenden und mit diesen lieber intensiver zu leben als es mit den einzelnen Exemplaren unter den vielen jemals möglich sein wird? Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wenn zum Beispiel jemand als Musher für ein großes Gespann arbeiten will. Oder Meutehunde für Reitjagden hält. Aber für Otto oder Erna Normalhundehalter ist mir das suspekt.

Ich weiß nicht, wo die Grenze zum Hundesammler liegt. Dieses Phänomen wird ja in den letzten Jahren vermehrt beschrieben. Ich bin jedenfalls überzeugt, dass der einzelne Hund psychisch deutlich früher unterversorgt sein könnte als körperlich. Will heißen: ich befürchte, dass bei nach außen guter Hundehaltung doch ab einer gewissen Anzahl an Tieren der einzelne Hund nicht mehr die Zuwendung bekommen kann, die seinem Naturell eigentlich entsprechen würde.

Unter vielen Gründen, das Hundegewerbe abzumelden und mein damaliges Anwesen zu verkaufen, spielte auch die Überlegung eine Rolle mit, dass man sich dann endlich wieder mit den eigenen beiden Hunden so befassen kann, wie ich meine, dass sie es verdient haben.

Und daher werden mir die Viele-Hunde-Menschen auch weiterhin suspekt bleiben.

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12 Antworten auf Der Viele-Hunde-Mensch

  1. Brigitte Ewald sagt:

    Was glauben sie, wie schnell man zu mehr Hunden kommt, als man sich ursprünglich vorstellte.
    Ich lebe in Spanien und immer, meist alle 2 Jahre, läuft mir eine erbärmliche ausgesetzte Kreatur über den Weg. Von solchen, welche keine Chance haben vermittelt zu werden, lasse ich mich dann doch ommer mal wieder hinreissen, ein Zuhause zu geben. Den Tierheimen versuche ich oft welche zu bringen. die nehmen aber nicht immer welche und ausserdem muss man dafür bezahlen. Mit der Zeit wird das ganz schön teuer.
    Momentan habe ich 2 Hunde (Rüden, mittlerweile kastriert) und eine Hündin aus dem Tierheim, (stark traumatisiert).
    Ich könnte nie versprechen, noch so eine bedauernswerte Kreatur auf – oder nicht aufzunehmen. Egel wie man mich als Mehrhundehalter ansehen würde!!!!!!!!!!!!!!

  2. Pingback: Hundesteuer | Hunde-ABC: Begriffe rund um Hunde

  3. Azahares sagt:

    also ich finde das ganz schön anmaßend, so etwas zu äußern. schließe mich der vorschreiberin an, da es mir genauso erging.
    und das ist gelebter tierschutz und keine! quälerei, oder waren sie noch nie in einem tierheim???????

  4. nici romanski sagt:

    hallole! ich bin 14 jahre und meine familie hatte immer einen sogenannten kampfhund.auch als wir klein waren hatte wir unsere bianca .alle kinder liebten diesen hund ,er war unser bester freund.als letztes hatten wir einen ferienhund ,den die besitzer nicht mehr abgeholt haben.im november ist sie gestorben und so kam es dass meine mutter das erste mal die tierheim/schutz seiten im i-net durchgestöbert hat auf der suche nach einem neuen hund.so viele hunde die alle kein zuhause haben.ganz traurige geschichten.ich verstehe jeden der in spanien lebt und drei hunde oder vier hat.es ist traurig zu sehen wie die hunde dort ansonsten leben bzw sterben müssten.ich glaube auch der brave-hunde.de meint nicht sowas. denke er meint damit die leute die hier in deutschland mit drei hunden an der leine rumlaufen und zuhause dann nochmal drei haben. in deutschland sollte man versuchen sich auf zwei hunde zu beschränken und das auch nur wenn man genug platz hat ,grosser garten,damit die hunde sich austoben können und nicht auf den spaziergang angewisen sind,weil dass wird mit drei oder mehr hunden ja keiner schaffen von der zeit so oft rauszugehen.und dann würde immer einer mindestns zu kurz kommen

  5. Eckbert sagt:

    Hallo Nici,
    Du hast es genau erfasst. Präzise das habe ich gemeint und etwas anderes steht auch nicht im Posting. Schön, dass du den Kommentar geschrieben hast, da sehe ich doch, dass mein Deutsch doch verstehbar ist.

    Übrigens habe auch ich schon „Sozialfälle“ aufgenommen, die mir per Zufall über den Weg gelaufen sind. Daher habe auch ich zeitweise drei oder für eine kurze Zeit sogar vier Hunde gehabt, anstatt der zwei, die ich eigentlich haben wollte. Allerdings waren wir auch in der Lage, dem zeitlich gerecht zu werden und verfügten über mehrere 1000 m2 Grundstücksfläche. Aber gerade aus eigenem Erleben weiß ich eben auch, was es bedeutet, wenn man sich noch mehr zumuten würde. Und genau darum verstehe ich Menschen nicht die ein halbes Dutzend Hunde oder mehr (un)vorbedacht anschaffen und ganz nebenbei noch voll berufstätig sind. Genau die Sorte viele-Hunde-Menschen ist im Artikel gemeint.

    Gruß, Eckbert

  6. Hallo,
    ich habe jetzt seit ca. zwei Jahren eine kleine Hundepension ohne Zwingerhaltung. Die Hunde leben mit mir im Haus und im Rudel. In den Ferienmonaten ist das Haus wirklich voll (bis zu 10 Hunde). Da merke ich dann schon, dass man den einzelnen Tieren nicht mehr gerecht werden kann. Spaziergänge gehen nur in mehreren Etappen (höchsten drei bis vier Hunde auf einmal). Und die Speilestunden läßt man am besten ganz ausfallen, weil man sonst das Rudel trennen müsste, was immer schwierig ist ( schon beim spazieren gehen, weil alle immer jetzt und „ich zuerst“ mitwollen). Mit dem ganzen Rudel zu spielen, ist auch schwierig, weil es sonst zu Streitereien kommen kann, und die beste Rauferei ist in Gang. Für Trainings- stunden fehlt vollkommen die zeit, denn das geht ja nur im „Einzelunterricht“
    Ich stimme Ihnen daher zu, dass man mehr als drei Tiere nicht über längere Zeit halten sollte, um den einzelnen Tieren gerecht zu werden, und das nur, wenn die man auch die genügende Zeit für jedes einzelne Tier hat.
    Gruß
    Heike D.

  7. Maik sagt:

    Ich persönlich würde mich ein kleines „Rudel“ wünschen. Leider kann ich das zeitlich und räumlich nicht leisten. Da sieht leider die Vernunft 🙁

  8. rosi sagt:

    viele hunde sind in der heutigen zeit doch gar nicht mehr bezahlbar. (hundesteuer, und arztkosten) aber zwei hunde sind schon in ordnung. allein schon, um einen spielgefährten für den anderen zu haben. ich habe zwei und möchte nie wieder einen allein. der eine lernt auch viel von dem anderen.

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  10. Ines sagt:

    Hallo,
    wir haben drei Hunde und ich stimme zu, dass es ab dieser Anzahl schwieriger wird. Z.B. wurde es problematisch mit dem sozialen Verhalten, denn unser Rüde knurrt nun, seitdem zwei „Mädchen“ zum Rudel gehören, alle anderen Rivalen gerne mal an. Also ist Anleinen angesagt, wenn andere Hunde in Sicht kommen. Das war früher nicht so, als wir nur zwei Hunde hatten. Ansonsten verbringen wir ziemlich viel Zeit mit unseren Vierbeinern und sie haben Hundeklappen für die freie Bewegung. Übrigens – die Formulierung im Beitrag „dass sie sich mit ihren Hunden irgendwie für was besonderes halten.“ finde ich – sagen wir mal – ungeschickt. Bei solch reinen gefühlsmäßigen Vermutungen fühlen sich die Menschen häufig angegriffen, zumal es ja nicht beweisbar ist. Viele Grüße von Ines

  11. Silvia sagt:

    Hallo
    wir haben 7 Hunde war leider ein Unfall
    aber keinen von meinen 5 Bernhardiner 1 Dogge Und 1 Kleiner weiße Schäferhund 13 Jahre alle kommen super aus kein ärger und auch kein Futterneid ich kann nur sagen man kann auch mit vielen Hunde auskommen es liegt viel mehr an den Mänschen und Frauchen

  12. Linda sagt:

    Super Seite – gefällt mir sehr gut. Macht bitte weiter so 🙂

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