Grenzen der Freiheit

Einer der wichtigsten Lebensumstände, die es gibt, ist zweifellos die Freiheit. Leider ist die allgemeine Gewährung von Freiheit nur dann möglich, wenn der Einzelne sich auch die Freiheit nimmt, für sich selbst gewisse Grenzen zu erkennen und zu setzen. Und damit bin ich beim Thema: nämlich der Freiheit, die der Hundehalter sich und seinem Hund lässt, und der Frage, ob diese Freiheit in Harmonie mit dem Umfeld steht, in dem die beiden leben und sich bewegen.

Denn Freiheit kann natürlich nicht bedeuten, dass jemand die gesamte Welt für sich beansprucht. Diesen Eindruck musste ich kürzlich leider wieder einmal von einem jungen Mann von Anfang 20 oder so haben, der mit seinen beiden Hunden umherzog und nichts tat, damit diese beiden Hunde andere Leute nicht belästigten. Er wurde von Passanten angesprochen, dass er seine Hunde nicht so dicht an sie heran lassen sollte. Es war ihm egal. Irgendwann verzog er sich, ich konnte noch sehen, wie einer seiner Hunde auf einer Wiese ein Stück weit einen Vogel verfolgte. Dann waren sie weg. Wäre dieser Vogel ein Hase oder Reh gewesen, dann wäre dieser Hund bestimmt nicht so schnell wieder bei seinem Besitzer gewesen.

Das sind die Freiheiten, die ich meine. Frei bewegen würden sich dieser junge Mann und seine Hunde dann, wenn sie auf ihren Gängen nicht andere Leute belästigen, wenn nicht manchmal sogar erschrecken würden. Alle drei würden von den meisten in ihrer Umgebung sicherlich akzeptiert werden und niemand unangenehm auffallen, wenn sie sich frei in Rahmen ihrer Möglichkeiten bewegen würden. Nicht der Möglichkeiten, die sie sich herausnehmen, sondern der Möglichkeiten, die sie haben, ohne unangenehm aufzufallen.

Wie oben gesagt: so etwas und anderes im gleichen Sinne sieht man leider öfter.

Wer das Maß der Freiheit nicht erkennt und die darin enthaltenen Selbst-Begrenzungen ignoriert, dem wird diese Freiheit von außen her begrenzt. Soll heißen, dass solche Leute dafür sorgen, dass immer wieder neue Gesetze, Verordnungen und was immer im bürokratischen und verwaltungsmäßigen Sprachgebrauch noch vorhanden ist beschlossen werden. Und diese treffen dann nicht nur die Verursacher, sondern alle anderen gleich mit.
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Wie schön wäre es doch, wenn einfach nur jeder daran denken würde, anderen nicht das zu tun, was sie nicht möchten, dass andere es ihnen tun.

Angesichts der immer weiter fortschreitenden Entfremdung größter Teile der Bevölkerung dieses Landes von Tieren und Natur kann ich nur pechkohlrabenschwarz sehen wie das noch enden soll. Schon in den letzten Jahrzehnten hat mancher mehr oder weniger bekannte Hundemensch beklagt, wie hundefeindlich die Öffentlichkeit in Deutschland so oft reagiert. Und diese Klage kam gewiss nicht ohne Grund.

An alle Hunde haltenden Menschen, die meinen, Regeln seien nur für andere da und wirkliche Freiheit sei regellos, möchte ich daher einmal mehr appellieren, ihre Einstellung zu revidieren und von sich aus die doch eigentlich selbstverständlichen Regeln der Rücksichtnahme auf andere besonders dann zu beachten, wenn sie mit ihren Hunden oder ihrem Hund irgendwo unterwegs sind.

Denn die Gesamtheit aller Hundehalter wird sicher am ehesten an denen gemessen, die auffallen. Und das sind nun einmal die pöbelhaften und nicht die unauffälligen Hundehalter.
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9 Antworten auf Grenzen der Freiheit

  1. C. Stief sagt:

    Wer hat das Beschriebene noch nicht erlebt?
    Das letzte Mal bei mir war beim Joggen:
    Ich lief auf dem Weg, zwei Männer mit einem weißen Schäferhund – nicht angeleint – auf der Wiese.
    Der Hund kam auf mich zu gerannt, ganz offensichtlich freute er sich einen Spielkameraden „zu finden“. Ich blieb stehen und rief den Männern zu, sie sollen bitte ihren Hund zurückrufen.
    Das funktionierte nicht, einer kam widerwillig zum Hund und nahm ihn am Halsband. „Der will nur spielen.“ meinte er.
    Ich: „Das weiß ich, aber zur Zeit möchte ich nicht mit dem Hund spielen und er lässt mich nicht weitergehen geschweige denn joggen.“

    Eine Spaziergängerin, die den Vorfall aus einiger Entfernung beobachtet hatte, meinte dann zu mir, dass sie nicht wissen würde, wie sie reagiert hätte, wenn der Hund so auf sie zugekommen wäre.

  2. Eckbert sagt:

    Tja, das sind genau die Hundehalter, mit denen ich mich nicht in einen Pott schmeißen lassen möchte. Übrigens kann ich jeden sehr gut verstehen, der keinerlei Wert auf Kontakt zu fremden Hunden legt, obwohl ich mein Leben lang mit Hunden zu tun gehabt habe. Die Menschen sind nun einmal verschieden und die gleichen, die ihre Hunde zu jedem Fremden hin laufen lassen sind oft die gleichen, die sich am lautstärksten empören, wenn jemand anders etwas tut, wovon sie sich ihrerseits gestört fühlen. Ist doch irgendwie komisch…

  3. steve sagt:

    toller blog

    schöner blog, was hällst du von einer
    englichen bulldog ?

  4. Wahre Worte, denen nichts mehr hinzuzufügen ist. Ich kenne hunderte Fälle und Berichte aus meinem Forum wo Fälle der Intoleranz beschrieben werden gegenüber Hundehaltern.
    alles ausgelöst durch einige wenige, die wohl lieber keinen Hund halten sollten.
    Na ich lasse mir den Spaß am Thema Hund und vor allem meinen Hovi nicht nehmen.

    Gruß Matthias von Hunde Aktuell

  5. Hallo,
    ja, ein sehr guter Artikel. Ich kann Hunde aktuell wirklich nur zustimmen – manche Menschen sollten sich lieber keine Hunde halten. Oft ist es aber auch so, dass die Menschen auch vor dem Hundekauf nicht nachdenken. Sie wissen nicht, was an Erziehung notwendig sind, welcher Hund der richtige für einen selber ist oder welche Hundekrankheiten der Hund bekommen kann.
    Schöne Grüße
    Lisa vom Tiermedizinportal

  6. Viola sagt:

    super artikel!

    bin auch manchmal erstaunt, was für menschen überhaupt hunde haben. da gibt es ja sogar dann leute, die können es noch nicht einmal mit einem hund aufnehmen, haben dann aber meist 2 oder 3 hunde. schon traurig.

  7. Christian sagt:

    Hallo, ich komme wohl etwas spät, da der Artikel wohl schon eine Zeit lang online ist. Trotzdem erkenne ich Situationen wieder, und dies nicht allzu wenig.

    Hierbei ist jedoch nicht nur die Freiheit Jogger/Spaziergänger/Kinder Hund / Hundehalter zu nennen, sondern eben auch „ungezogene“ Hunde gegenüber anderen Hunden.

    Wenn man schon einen Hund hat, dann sollte man sich auch mit ihm beschäftigen und vor allem einschätzen können. Eben diese Hund sind besonders gefährlich nicht nur für Mensch, sondern auch für andere Hunde.

    Wie ich gehört habe, ist es in Planung einen sag ich mal „Hundeführerschein“ zu nennen. Hoffentlich wird das auch ein Eignungstest für Halter.

    Man wird sehen.
    Hunde machen Spaß, Arbeit und sollten ein Hobby sein, dann nämlich stekt man auch GERNE Arbeit rein.

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  9. Anne sagt:

    man sollte schon wissen, was man kann bzw. über wieviel hunde man herr werden kann. verstehe die leute auch nicht, die sich gleich am anfang 2-3 hunde zulegen und noch nicht mal mit einem kleinking klar kommen.

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