Hunde verboten

Wenn das da liegen bleibt, werden unsere Hunde nicht beliebter – auch wenn das ein Waldweg ist und auch nicht bei den meisten anderen Hundehaltern.

Jeder Hundehalter weiß, dass er nicht überall wirklich gern gesehen ist. Konflikte gibt es überall, aber besonders auffällig natürlich in der Stadt.

Während draußen in Wald und Feld meist freilaufende Hunde das Missfallen von Jägern erregen, ist in der Stadt sicher häufigster Punkt des Anstoßes, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere einfach liegen lassen.

Ich persönlich kann jeden verstehen, der nicht in einen Hundehaufen treten will. Das geht mir selbst genauso, Hundekot am Schuh ist nun mal einfach ekelhaft. Auch der Geruch, der von beliebten und stark frequentierten Markierungspunkten der Hunde einer Gegend ausgeht, ist für menschliche Nasen doch einfach nur abstoßend.

Leider müssen stets alle Hundehalter kollektiv das ausbaden, was einige eben falsch machen. So ist zum 1. Januar mal wieder ein neues Hundeverbot in Kraft getreten, das den Hunden den Zutritt zu einer beliebten Fläche in Berlin verbietet. Nachzulesen ist das ganze zum Beispiel online in der Berliner Morgenpost (http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1230715/Hunde-werden-auf-dem-Kollwitzplatz-verboten.html).

Neben der Belästigung durch Verschmutzung wird dort auch die Belästigung der Passanten durch die Hunde selbst als Begründung angeführt. Da kann man doch ein weiteres Mal nur sagen: so was kommt von sowas! Warum beseitigen Hundehalter nicht die Häufchen, wenn sie sich in einem städtischen und von vielen anderen Menschen genutzten Bereich befinden? Und warum sorgen Hundehalter nicht konsequent dafür, dass fremde Personen von ihren Tieren nicht behelligt werden, sei es nun in freundlicher oder in unfreundlicher Absicht seitens der Hunde?

Genau wie die Notwendigkeit eines immer umfassenderen Leinenzwangs für Hunde in der offenen Landschaft und im Wald dadurch entstehen musste, dass einige Zeitgenossen ihre Hunde nicht festhalten, obwohl sie nicht verhindern können, dass diese bei Gelegenheit immer wieder Wild verfolgen, genau so muss sich niemand darüber wundern, dass durch neue Hundeverbote manche Areale in manchen Städten für Hunde gesperrt werden, wenn die Belästigung ein Ausmaß erreicht hat, dass von von der Allgemeinheit nicht mehr toleriert wird.

Ich sehe es so, dass dieses alles nur der Anfang ist. Wenn ein Anfang gemacht ist und dieser kein zufrieden stellendes Resultat ergibt, so wird dieser Anfang mit ziemlicher Sicherheit weitere Maßnahmen nach sich ziehen. Es würde mich nicht wundern, wenn Hunde und Hundebesitzer aufgrund des Verhaltens der beschriebenen Leute irgendwann mit weiteren generellen Verboten und Zwängen ihrer Lebensfreude beraubt werden.

Sicher ist schon jetzt: ein Großteil der Bevölkerung hat gar keinen Inneren Bezug zu Tieren und saugt begierig jede Meldung über die wenigen Ausnahmefälle auf, in denen Hunde Menschen geschädigt haben. Wobei es überhaupt keine Rolle spielt, dass die Schuld bei den Leuten liegt, die die betreffenden Tiere auf den falschen Weg gebracht haben. Und dass Nachrichten heutzutage mit besonderer Vorliebe aufgebauscht, verunsachlicht und dramatisiert werden, macht den Zündstoff nur noch schärfer. Den vielen Hundefreunden, die sich ein Leben ohne Hund garnicht vorstellen können, steht jedenfalls eine ständig wachsende Zahl ausgesprochener Hundeverächter, wenn nicht sogar Hundehasser gegenüber. Da in einer Demokratie auf die Dauer immer die Mehrheit ihren Willen durchsetzen kann, braucht der Hunde haltende Teil der Bevölkerung sich nicht wundern, wenn eines Tages der ständig wachsende denaturierte und tierentfremdete Teil der Bevölkerung das Fehlverhalten der Dreck hinterlassenden und und ungerührt andere Leute belästigenden Hundebesitzer nicht mehr toleriert.

Mehr als Schade. Und wo bleibt man dann?

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2 Antworten auf Hunde verboten

  1. Hundefreund sagt:

    Tja, Licht und Schatten ist immer auf beiden Seiten erkennbar – sei es, die der Hundefreunde, oder dem Personenkreis, die mit Hunden nichts anfangen können.

    Da in einer Demokratie auf die Dauer immer die Mehrheit ihren Willen durchsetzen kann…

    Nicht immer! Ich sehe das in letzter Zeit etwas differenzierter, gerade was die Hundethemen angeht. Erkenne da ein paar populistische Tendenzen von Politikern, die Themen gerne aufgreifen, um sich in Gespräch zu bringen oder gar sich zu profilieren.

    VG Chandor

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