Sind Hunde denn gar nichts mehr wert?

Auch unsere Hunde sind der Macht der Medien ausgeliefert. In der heutigen Zeit haben Publikationen verschiedenster Art der einen ungeheuren Einfluss auf die Meinungsbildung.

Worum es mir geht, ist nicht nur das vordergründig-krasse Formulieren, was in fast allen Printmedien und auch sehr häufig in Fernsehen-oder Radiobeiträgen zu allen möglichen Themen zu beobachten ist. Da werden Dinge aufgebauscht und Horrorszenarien entworfen, das einem sämtliche Haare zu Berge stehen und eine Gänsehaut über den Rücken läuft.

Ob es nun um Vogelgrippe geht, oder um den Klimawandel, bei dem für einige Informationen einfach unter den Tisch gekehrt werden zu Gunsten derer, die für Schlagzeilen besser geeignet sind, oder ob irgendetwas, was einem Prominenten irgendwo vorgeworfen wird.

Von diesen manchesmal polemisch, reißerisch und mehr empfänglichen Lesern, Hörern und Zuschauern Angst erzeugenden Formulierungen und Rhetoriken bleiben leider auch unsere Hunde nicht verschont.

Welch eine Welle von Forderungen, von Verunglimpfungen, von Verallgemeinerungen, von Hasstiraden und von allem andern, was runter macht und unsachlich ist löst ein Unfall mit einem fehlgeleiteten Hund aus. Nun, ich habe eine klare Meinung dazu, was mit solchen Hunden zu passieren hat. Ich habe sie in dem Artikel „bissige Rottweiler“ vor längerer Zeit dargelegt und die daraus hervorgegangene Diskussion zeigt, dass ich mit meiner Meinung bei manchen Zeitgenossen aus der Hundewelt durchaus auf Widerspruch stoße. Ich möchte das nur vorausschicken, damit keiner denkt, ich wolle für solche Hunde ein gutes Wort einlegen, oder etwas herunterspielen, oder den Besitzern auch nur einen Millimeter ihrer Schuld an manchen Geschehnissen erlassen.

Aber was mich ärgerte, das ist die ungleiche Wertung von Vorkommnissen, die mit Hunden zu tun haben. Hat einen Hund etwas verursacht (in Wahrheit natürlich ein Hundebesitzer), dann donnern alle oben beschriebenen Reaktionen einer Lawine gleich durch die Medien.

Passiert aber einem Hund etwas, was ein, ich kann nur vermuten kranker, Mensch angerichtet hat, dann ist es nur eine winzig kleine Notiz am Rande wert. So erst geschehen in der letzten Woche – das Vorkommnis, dass ich meine, wäre eine fette Schlagzeile wert gewesen!

Da gehen zwei Kinder mit ihren Hunden spazieren. Es waren, wenn ich das richtig erinnere, Jack Russel Terrier. Es kommt ein Mann des Weges, ein Rentner. Und dieser Rentner reißt einem der Kinder die Hunde Leine aus der Hand, wirbelt den Hund an der Leine ein paarmal um sich herum durch die Luft und knallt ihn dann auf einer Parkbank. Der Hund war ohnmächtig und musste wieder belebt werden.

Und dieser Vorfall ist nur eine winzig kleine Notiz am Rande wert?

Mal abgesehen davon, dass diese grausame Tierquälerei ein mir unvorstellbares Ausmaß an Brutalität und eisiger Gefühllosigkeit gegenüber dem misshandelten Tier erfordert: was mögen diese beiden Kinder gedacht haben? Ich habe den Artikel leider nicht mehr und ich finde ihn auf die Schnelle auch nicht im Internet, aber ich bin sicher es waren recht junge Kinder. Welches Trauma werden diese beiden, besonders das Kind, denn der Hund entrissen wurde, mit sich herumschleppen müssen?

Und das Vorhandensein solcher Subjekte wie dieses Rentners, das wird nicht an die große Glocke gehängt. Ebenso wie fast jeder Fall von Tierquälerei, der den Publizisten überhaupt eine Meldung wert ist. Es muss schon ein Großes Ausmaß haben und viele Tiere betreffen, damit eine mäßig große Welle durch den Blätterwald rauscht.

Und dieses Ungleichgewicht an Wertung in der Berichterstattung das ist, was mir ganz sauer aufstößt. Denn dadurch wird nur das ins Bewusstsein gerückt, was unseren Hunden im Ansehen des Durchschnittslesers schadet. Während das Gegengewicht, das bei ausgewogenen Information relativierend wirken müsste, beinah unter den Tisch fällt. Die Dummen sind die Hunde und die Hundehalter.


Dieser Beitrag wurde unter Zeitzeichen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten auf Sind Hunde denn gar nichts mehr wert?

  1. Matthias S. sagt:

    Hallo,

    ich selbst habe zwei JRT’s, mein Vater wuchs mit Hunde auf, ebenso meine Wenigkeit…

    Ich weiss nicht wie es damals in „anderen Zeiten“ war. Aber was in der Heutigen so abläuft ist wirklich der Hammer. Die Tierquälerei kennt keine Grenzen, man ließt so viel darüber und dennoch wird so viel verschwiegen.
    Ich weiss nicht was einen Menschen dazu veranlasst einen Terrier durch die Luft zu wirbeln… Vielleicht sind es schlechte Errinnerungen oder vielleicht ist es einfach nur Krank.

    Ich kann die Gesellschaft nicht wirklich verstehen. Viele Menschen sagen „Mein Hund ist für nicht mal für Geld zu verkaufen“. Dennoch findet man Anzeigen in den Medien, wo die Hunde für teures Geld „verscheuert“ werden. Der Mensch deklariert das als Schutzgebühr oder als Entschädigung für den bisher entstandenen Aufwand. In Wirklichkeit will der Mensch nur eins: Geld.
    Wenn man sich einen Hund anschafft, dann sollte man sich im klaren sein, dass man den Kleinen ein Hundeleben lang hat.
    Außerdem sollten die Hunde nicht für Geld über die „Theke“ gehen, sondern viel mehr sollte geprüft werden, ob die „Interessenten“ in der Lage sind welche zu halten.

    Ich kann nur noch mit dem Kopf schütteln.

  2. Hallo Herr Heinenberg

    Ein wirklich großartiger Artikel, in dem sie das schreiben was ich mir immer wieder denke.
    Es ist eine Schande wie die Menschen von den Medien belogen, manipuliert und aufgehetzt werden,um wieder irgend ein neues Gesetz zu verabschieden,das die Menschen noch mehr in ihrer Freiheit einschränkt.
    Das dazu unsere Mitgeschöpfe dazu missbraucht werden, zeigt einmal mehr wie Charakterlos und Geistig armselig doch der Mensch sein kann.
    Ein Tier als Bestie, gefährlich und bösartig hinzustellen, ist ziemlich einfach, denn Tiere haben keine Lobby und können sich nicht wehren.
    Bei Medienberichten über Übergriffe von Hunden auf Menschen hallt aus allen Ecken die Frage: Wer schütz uns vor diesen Monstern.
    Mir allerdings stellt sich die Frage: Wer schütz die Tiere vor der Bestie MENSCH.

    Viele Grüße aus dem verschneiten München
    Günter Hackl

  3. Das ist wirklich nicht schön. Ich selbst bin mitlerweile Vegetarier. Ich kann Tierquäler einfach nicht verstehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.